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Arztimage
- Berufsbild im Wandel
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ein kostenloser werbender Service für Ärzte
von
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Arztimage
- Berufsbild im Wandel

Jahr für Jahr schneidet der Arzt
im Ranking der Berufe als jener mit
dem höchsten Sozialprestige ab.
Diese Spitzenposition bleibt unangefochten,
allerdings müssen Ärztinnen
und Ärzte aktuell einige Punkte
abgeben. Der Halbgott in Weiß
verabschiedet sich, konstatierten
prompt einige Medien. Zweifellos macht
des Berufsbild des Arztes derzeit
einen Wandel durch. Die wachsende
Fremdbestimmung der ärztlichen
Tätigkeit, mit minutiösen
Vorgaben über Behandlungsabläufe,
mit Budgetdeckelung und Qualitätskontrollen,
die Ökonomisierung des Gesundheitswesens
... All das geht nicht spurlos an
Arzt und Patient vorbei. Hinzu kommen
Streiks und Honorardiskussionen, die
die Wahrnehmung des Arztberufes in
der Öffentlichkeit verändern.
Kaum ein anderer Beruf zieht ein solch
breites Interesse auf sich, wie der
der Ärztin bzw. des Arztes. Und
im Gegensatz zu den meisten anderen
Berufen vom Ingenieur bis zum
Verwaltungsangestellten - resultiert
das Ansehen des Arztberufes nicht
nur aus tradierten Vorstellungen,
sondern vor allem auch aus ganz konkreten
persönlichen Erfahrungen, nämlich
als Patient. Hinzu kommen Berichterstattungen
in den Medien über die Fortschritte
der Medizin, über Arbeitszeiten,
Entlohnung, Streiks und Reformdiskussionen.
Interviews mit Ärztinnen und
Ärzten sind auch in der Boulevardpresse
an der Tagesordnung. Zudem werden
auf fast allen Fernsehkanälen
Ärzte in TV-Serien dramaturgisch
(und oft wenig realitätsnah)
in Szene gesetzt.
Sind
das die ausschlaggebenden Gründe,
warum sich das Arztbild in der Öffentlichkeit
wandelt? Experten gehen davon aus,
dass die Ursachen gesellschaftlich
und politisch begründet sind.
Denn es ändert sich nicht nur
das Bild nach außen, es ändert
sich auch das ärztliche Selbstverständnis.
Internet,
Publikumszeitschriften und das Fernsehen
sind neben dem Arzt beratend
tätig. Immer mehr Patienten wollen
aktiv in ihre Behandlung einbezogen
werden, wollen über die Hintergründe
aufgeklärt werden, sind durch
Medienberichte ebenso vorinformiert
wie oft auch verunsichert oder gar
argwöhnisch geworden. Dem gegenüber
steht der Arzt mit wachsender Fremdbestimmung,
beschränkten Budgets, minutiösen
Vorgaben über Behandlungsabläufe
und Qualitätskontrollen.
Spätestens
seit Patienten immer mehr aus eigener
Tasche zahlen müssen und sich
ihren Arzt oder ihre Klinik selbst
auswählen, sind Praxen und Kliniken
nolens volens zu Konkurrenzunternehmen
geworden. Arztpraxen haben PR-Beauftragte.
Kliniken werben mit dem Tag
der offenen Tür.
Wo
so wenig Raum für humanistische
Ideale bleibt, beklagen Patienten
oftmals ein Defizit an Zuwendung.
Zwischen Frustration und Verunsicherung
finden schließlich die Versprechen
alternativer Heilmethoden ihren Nährboden.
Im Zuge einer allgemeinen Irrationalität,
wie sie vom Kommunikationswissenschaftler
Prof. Dr. Donsbach nüchtern konstatiert
wird (siehe Interview), rüttelt
der Hang zum Aberglauben am soliden
Sockel der Wissenschaft.
Für
viele Ärzte hat die berufliche
Sinnkrise gleichermaßen eine
materielle Dimension. Niederlassungssperren,
knappe Budgets und Beförderungsstaus
in Kliniken dämpfen die Motivation.
Die Kluft zwischen den Erwartungen
im Studium und dem Arbeitsalltag wird
immer größer.
Ein
Berufsstand in der Verunsicherung
Angesichts der vagen Zukunftsperspektive
zeigt sich die Ärzteschaft verunsichert
und in der Sache gelegentlich uneins.
Der Hamburger Internist Dr. Bernd
Kalvelage geht mit den eigenen Reihen
öffentlich ins Gericht und macht
die Standespolitik für Imageeinbußen
verantwortlich. Der Medizinsoziologe
Professor Dr. Jürgen von Troschke
beruft sich zur Rehabilitation der
beruflichen Zufriedenheit auf die
ethischen Wurzeln des Arztseins.
Die Entzauberung der Profession,
warnt Troschke, sei im Verfall der
ärztlichen Ideale begründet.
Mit seinem Buch Die Kunst ein
guter Arzt zu werden versucht
der Medizinsoziologe jungen Medizinern
wieder einen Leitfaden für den
beruflichen Werdegang und für
mehr Zufriedenheit an die Hand zu
geben.
Wo
so viele sich streiten, freuen sich
die Medien: Der Halbgott in
Weiß verabschiedet sich,
titelte beispielsweise die Stuttgarter
Zeitung vor etwa einem Jahr und lies
den Arzt darin gleich auf eine
Stufe neben normale Arbeitnehmer rutschen.
Ansehen
des Arztes nach wie vor gut
Mit welcher Gewichtung all diese Faktoren
das neue Arztbild nach
außen bestimmen, darüber
streiten sich die Gemüter. Professor
Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident
der Bundesärztekammer, bleibt
bei der Frage nach Ausmaß und
Ursache von Imageeinbußen gelassen.
Am hohen Ansehen der Ärzte habe
sich nichts geändert.
Die Streiks hätten enorme
öffentliche Zustimmung
gefunden und die Menschen hätten
dadurch sogar endlich verstanden,
dass nicht die Ärzte Schuld an
der zunehmenden Rationierung sind.
Tatsächlich haben die Demonstrationen
und Streiks der Ärzte auch zu
sehr viel mehr Transparenz
geführt. Die Öffentlichkeit
kann heute besser differenzieren -
zwischen Medienberichten und Realität,
zwischen Arzt und Gesundheitssystem.
Sie hat verstanden, dass der Arzt
in seinem Beruf nicht mehr auf
Rosen gebettet ist, wie in früheren
Zeiten. Dass die Arbeitsbedingungen
schwieriger und die Vergütung
schlechter geworden sind. Die breite
Kluft zwischen dem durch die Medien
transferierten schlechten Image der
Ärzteschaft und dem hohen Ansehen
des einzelnen Arztes ist nach Prof.
Dr. Hoppe deshalb kein Thema.
Statistisch
gesehen liegt diese Einschätzung
nahe an der Realität. Nach den
aktuellen Auswertungen des Allensbacher
Instituts für Demoskopie und
des NAV-Virchowbundes steht es insgesamt
um den Berufsstand noch verhältnismäßig
gut. Zwar hat das Image in den letzten
Jahren nachweislich gelitten. Aber
der Arzt ist noch immer führend
in der Berufsprestigeskala. Und entgegen
dem skandalbelasteten Ärztebild
in der Presse halten die meisten Patienten
ihren Arzt für kompetent und
Vertrauen erweckend. Die Zahlen zeigen
aber auch eine latente Unzufriedenheit
vieler Patienten allerdings
weniger wegen der fachlichen Kompetenz
oder wegen der öffentlichen Honorardiskussion.
Vielmehr fehlt es den meisten an Zeit
und Zuwendung beim Arzt.
Vertrauen
der Patienten wichtiger als je zuvor
Der Patient von heute, so die Allensbacher
Zahlen, wünscht sich mehr Zeit
für Gespräche, mehr Zeit
für Erklärungen und mehr
Zuwendung. Im Krankheitsfall",
so das Institut für Demoskopie,
sind es vor allem die Erfahrungen
mit den Ärzten, an denen das
Urteil über die Gesundheitsversorgung
festgemacht wird. Dabei spiele nicht
nur die medizinische Kompetenz eine
Rolle. Entscheidend sei auch der Eindruck,
dass sich der Arzt intensiv um den
Patienten kümmert."
Doch
Gespräche sind rar geworden in
Zeiten moderner Betriebsamkeit. Zwar
schätzen die Patienten den hohen
Medizinstandard, aber sie sehnen sich
auch nach dem alten Helfer und Heiler.
Eine Zwiespältigkeit, die sich
auch in den Medien (siehe Der
Arzt im Fernsehen) widerspiegelt.
Endlosserien,wie die Schwarzwaldklinik"
oder In aller Freundschaft",
die am traditionellen Bild festhalten,
vermischen sich im Abendprogramm mit
Berichten über Hightech-Medizin,
bei der alles möglich"
ist, und mit modernen amerikanischen
Serien, die überlastete Ärzte
und Skandale thematisieren.
Den
Patienten fehle es heute an Einfühlungsvermögen,
Menschenkenntnis und Freundlichkeit,
interpretiert auch der Kommunikationswissenschaftler
Professor Dr. Wolfgang Donsbach die
Allensbacher Zahlen und warnt vor
einem Vakuum, in das vor allem
Heilpraktiker stoßen".
Donsbach sieht kritisch auf gemischte
Praxisangebote, in denen sich Schulmediziner
aus wirtschaftlichen Gründen
auf alternative Verfahren ohne Wirksamkeitsnachweis
einlassen. Zu wünschen wäre
eine Wissenschafts-Offensive",
um das Vertrauen in die Schulmedizin
wieder zu stärken.

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